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Warum sollte ich mich für Bitcoin interessieren

Geschrieben von Martin
Veröffentlicht: Zuletzt aktualisiert am: 5 Minuten Lesezeit

Inhalt

Wir tauschen unsere Lebenszeit (in Form von Arbeit) gegen Geld. Wir tauschen unser Geld gegen die Zeit und die Produkte anderer. Produkte sind eine Ansammlung der Arbeitszeit aller, die an der Produktion beteiligt waren. Geld ist also tatsächlich Zeit, oder zumindest eine Speichermöglichkeit für Zeit. Was passiert jedoch, wenn diese Speichermöglichkeit kaputt geht? Was passiert, wenn die Lebenszeit, die wir in Geld speichern, einfach verschwindet, wie Wasser aus einem undichten Eimer? Wir denken nicht oft darüber nach, doch unser Geld ist bereits kaputt. Der Prozess des Wertverlusts hat einen Namen: Inflation. Und er ist im wahrsten Sinne des Wortes lebens-(zeit)-gefährlich.

Inflation funktioniert im Groben wie folgt: Stellen wir uns einen fiktiven Markt mit 10 Gütereinheiten und 10 Geldeinheiten vor. Jede Geldeinheit kann eine Gütereinheit kaufen, z.b. ein Euro für einen Apfel. Jetzt kommt jemand und erschafft aus dem Nichts 10 weitere Geldeinheiten. Jetzt gibt es 10 Gütereinheiten und 20 Geldeinheiten. Jede Gütereinheit ist dadurch zwei Geldeinheiten wert. Jede Geldeinheit hat die Hälfte an Wert verloren. Die Person, die 10 neue Geldeinheiten erschaffen hat, kann sich davon 5 Gütereinheiten kaufen. Die Person, die für eine Geldeinheit eine Stunde gearbeitet hat, hat gerade 30 Minuten ihrer Lebenszeit verloren.

Illustration von Inflation

Aber wie erschafft man überhaupt Geld? Über viele Jahrhunderte hinweg haben die Menschen Gold als Wertspeicher verwendet, denn Gold ist selten, schwer zu vernichten und kann nicht produziert werden (nur gefunden). Aber Gold ist schlecht teilbar und seine Reinheit im Alltag nicht überprüfbar. Also haben Staaten und andere Regierungsformen Münzen geprägt, die einen festen Wert hatten. Wenn sie dann mehr Geld brauchten, haben sie z.B. die Münzen eingesammelt, eingeschmolzen und mehr Münzen mit weniger Goldanteil neu prägen lassen. Noch einfacher wurde es, als man Geldscheine eingeführt hat, die man einfach drucken und ausgeben konnte.

Der Dollar und der Goldstandard

Der Dollar, der heute die globale Währung schlechthin ist, war früher ein Schuldschein über eine bestimmte Menge an Gold. Man konnte seine Dollar nehmen und sich dafür Gold geben lassen. Das meiste Gold war nach den Weltkriegen in den USA in Fort Knox gelagert. Dann haben die USA den Vietnamkrieg verloren. Die Kosten dafür haben sie getragen, indem sie mehr Schuldscheine (Dollar) ausgegeben haben, als sie Gold hatten. Und damit das nicht auffällt, hat Nixxon 1971 den sogenannten Goldstandard aufgehoben.  Jetzt konnte die USA fröhlich Geld drucken. Und das hat sie auch getan. Und alle anderen Staaten seither ebenfalls.

Kumulative Inflation 1910-1915 Quelle

Was bedeutet Inflation für dich?

Doch was bedeutet das für dich? Sagen wir du lebst in Deutschland, einem der reichsten und stabilsten Länder der Welt. Der durchschnittliche Nettolohn pro Arbeitnehmer lag im Jahr 2000 bei 1407 €. Zwanzig Jahre später liegt er bei 2088 €. In der gleichen Zeit hat sich die Geldmenge und damit die Realinflation von 4.859 Milliarden auf 14.469 Milliarden € erhöht. Du erhältst nun etwa 1,5-mal so viel Geld, aber die Preise betragen das 3-fache. Deine Kaufkraft und der Wert deiner Lebenszeit haben sich damit halbiert. Die jährliche Realinflation liegt derzeit bei 10% pro Jahr, Tendenz steigend. Das sieht nicht gut für dich aus.

Nettolohn vs Geldmengenausweit 2000 bis 2020 Auszug Quelle

Doch wohin geht das Geld? Geldmengenausweitung ist ein Privileg von Staaten und Banken. Bei allen anderen nennt man es Fälschung und es ist illegal. Wenn der Staat mehr Geld braucht, dann gibt er eine Staatsanleihe (quasi einen Schuldschein) aus und erhält dafür von der Zentralbank entsprechend Geld. Das Geld gibt er aus und sobald der Markt realisiert hat, dass es da ist, steigen die Preise und der Wert deiner Zeit sinkt. Unternehmen und Privatpersonen können auch Kredite aufnehmen und somit die Geldmenge zu ihren Gunsten ausweiten, aber anders als der Staat können sie alte Kredite nicht mit neuen billigeren Krediten immer wieder refinanzieren.

Im Fall des Staates kriegst du aber auch etwas zurück: Schulen, Kitas, Straßen, Krankenhäuser, Corona-Hilfen usw. Der Staat beschützt dich auch vor Kriminellen, unterhält ein Justizsystem und regelt Fragen, um die du dich nicht kümmern willst. Aber der Staat finanziert auch Sachen, bei denen er dich nicht gefragt hat, ob das für dich ok ist, wie Kriege oder Subventionen für Kohlekraftwerke. Du kannst gut finden, was der Staat mit deiner Zeit macht, aber du wirst nicht gefragt. Es ist nicht mehr deine Zeit. Und wenn dir nicht einmal deine eigene Lebenszeit selbst gehört, wie frei bist du dann noch wirklich?

Ich stelle vor: Bitcoin

Bitcoin ist eine digitale, dezentrale, mengenmäßig begrenzte und globale Währung. Stell dir Bitcoin wie eine normale Währung vor. Nur gibt es keine physischen Bitcoin-Scheine oder Münzen. Stattdessen gibt es ein Netzwerk von tausenden auf der ganzen Welt verteilten Rechnern, die zusammen ein Kassenbuch führen, wer wie viele Bitcoin besitzt. Das Programm, was auf diesen Rechnern läuft, stellt sicher, dass alle anderen Rechner sich an ein gemeinsames Regelset halten. Ähnlich wie beim Fußball, wo sich alle beschweren, wenn einer anfängt mit der Hand zu spielen. Und eine dieser Regeln ist, dass es niemals mehr als 21 Millionen Bitcoin gibt. Dadurch gibt es keine Inflation. Deine Zeit gehört in Bitcoin wieder dir. Und niemand kann daran etwas ändern.

Nirgendwo auf der Welt gehört uns heute unsere eigene Zeit. Überall wird uns ein Teil gestohlen. In einigen Ländern liegt die Inflation im 3-4 stelligen Prozentbereich. Der Wertverlust unseres Geldes bringt uns dazu, es sofort für Dinge auszugeben, die wir eigentlich gar nicht brauchen. Für die Zukunft sparen ist schwer und eine bessere Zukunft bauen dadurch umso schwerer. Überleg dir, wie unsere Welt aussehen kann, wenn dein Geld und deine Zeit von heute in der Zukunft mehr Wert sind und nicht weniger. Investitionen in Bitcoin und damit langfristig reich werden ist für viele ein interessantes Szenario, aber die ganze Tragweite dieser Veränderung können wir noch gar nicht absehen.

Bitcoin hat noch eine Reihe von anderen Vorteilen, die ich hier nur kurz anreißen möchte, da jede einen eigenen Artikel verdient. Manche sind spannend für dich, manche eher gesellschaftlicher Natur:

  • Geldüberweisungen mit Bitcoin können um die ganze Welt innerhalb von Sekunden abgewickelt sein und dabei fast nichts kosten.
  • Das Geld, was du auf der Bank liegen hast, gehört nicht wirklich dir und die Bank muss es dir auch nicht zurückgeben, wenn sie nicht möchte. Mit Bitcoin kannst du dein Geld selbst und ohne Erlaubnis Dritter verwalten.
  • Wenn du politisch verfolgt bist, dann kann der Staat heute einfach dein Geld beschlagnahmen. Deine Bitcoin liegen dezentral bei dir. Niemand kann sie dir einfach wegnehmen, wenn du das nicht willst.
  • Finanzielle Inklusion – Ca. 40 Prozent der Weltbevölkerung, vor allem aus den ländlichen Gegenden ärmerer Länder haben keinen Zugang zu Bankdienstleistungen. Die Menschen haben dort aber idR. Strom und Internet. Mit Bitcoin reicht das, um am globalen Zahlungsverkehr teilzunehmen.
  • Langfristige Besitzer von Bitcoin entwickeln oft einige positive Charakterzüge, die mit den Eigenschaften des Geldes zusammenhängen. Beobachtbar sind z.B. oft mehr Geduld und Gelassenheit, mehr Verantwortungsbewusstsein für das eigene Leben und Glück und ein besseres Bewusstsein für Umwelt und Gesellschaft.

Viel Potential aber nicht nur Vorteile

Bitcoin ist jedoch nicht nur gut. Es ist eine disruptive Innovation und viele Entwicklungen sind nicht vorhersehbar. Funktioniert unser Sozialstaat noch ohne Gelddrucken? Wie setzen wir wirtschaftliche Sanktionen um, wenn Zahlungsströme ungehindert fließen können? Werden die heutigen Industriestaaten ihren relativen Reichtum beibehalten können, oder gehen diese Privilegien an andere Staaten?  Das Internet war eine gute Erfindung, aber es hat viele Jobs zerstört. Die Trennung von Staat und Kirche war notwendig, aber sie hat auch den dreißigjährigen Krieg gebracht. Was die Trennung von Staat und Geld bringen wird und wie der Umbruch abläuft, bleibt abzuwarten.

Fazit

Egal ob du Bitcoin nun gut oder schlecht findest, ich möchte dich ermutigen, dich näher damit zu beschäftigen. Der Wandel kommt und es ist besser, ihn zu gestalten, statt ihn nur zu erleben. Wir sind noch immer ganz am Anfang auf dieser Reise und es gibt für jeden einen Platz.

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